
Wenn man an einem Donnerstagmorgen über die Küstenstraße von Menton oder Ventimiglia nach Bordighera kommt, ist das Erste, was auffällt, der Geruch. Eine Mischung aus frischem Basilikum, warmem Focaccia und Taggiasca-Oliven, die entlang der Promenade Argentina schwebt. Dieser wöchentliche Markt ist ein Treffpunkt für lokale Produzenten, Straßenhändler und Einheimische, die ihre Einkäufe für die Woche erledigen.
Taggiasca-Oliven und Slow Food: Was die Stände in Bordighera auszeichnet
Die meisten Reiseführer über die italienische Riviera erwähnen die lokalen Produkte, ohne zu präzisieren, was sie von denen unterscheidet, die man auf jedem provenzalischen Markt findet. In Bordighera liegt der Unterschied in zwei Worten: einheimische Sorten und Slow Food-Kette.
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Seit 2023 nehmen mehrere Produzenten auf dem Markt am Slow Food Presidio für das Olivenöl extra vergine Riviera Ligure DOP teil. Bordighera gehört zu den Gemeinden, die von Slow Food Italia zur Förderung lokaler Sorten wie der Taggiasca erwähnt werden. Man findet auch alte Gemüsesorten und Käse aus dem ligurischen Hinterland, die von Ständen angeboten werden, die mit “campagna amica” (Coldiretti-Netzwerk) gekennzeichnet sind.
Das hier verkaufte Öl ist kein generisches italienisches Olivenöl. Die Taggiasca verleiht einen milden, leicht mandelartigen Geschmack, der beim Probieren erkennbar ist. Wenn man einen Besuch auf dem Markt von Bordighera in Italien plant, ist es diese Besonderheit, die den Besuch im Vergleich zu den Nachbarmärkten in Ventimiglia oder Sanremo rechtfertigt.
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Produzenten- und Händlerstände auf dem Markt von Bordighera: Wie man den Unterschied erkennt
Der Direktverkauf gewinnt auf dem Markt von Bordighera im Vergleich zu klassischen Händlern an Bedeutung. Die Stände “campagna amica” zeigen den Namen des Produzenten, die Herkunftsgemeinde und oft die Anbaumethode an.
Ein Händler bietet selten die Rückverfolgbarkeit des Produkts bis zum Feld an. Wenn man hochwertiges Olivenöl oder eingelegte Oliven kaufen möchte, sollte man nach Ständen suchen, die die Sorte (Taggiasca, Colombara) und die DOP-Bezeichnung angeben. Die Preise sind etwas höher, aber der Geschmacksunterschied ist deutlich.
Für Obst und Gemüse gilt die gleiche Logik. Die lokalen Produzenten bieten saisonale Sorten an, die manchmal Dellen haben, und die nichts mit den genormten Tomaten von Großhändlern zu tun haben. Man erkennt diese Stände an ihrem reduzierten Sortiment: Ein Produzent von ligurischem Basilikum verkauft nur Basilikum, keine Bananen daneben.
Was man leicht auf die französische Seite mitnehmen kann
- DOP-Olivenöl in einer ein- oder zweiliter großen Dose, leicht im Auto zu transportieren und mehrere Monate lichtgeschützt haltbar
- Taggiasca-Oliven im Glas (eingelegt oder in Öl), ein Klassiker, den man in dieser Qualität nicht im französischen Supermarkt findet
- Frisches Pesto im Mörser, innerhalb von zwei Tagen zu konsumieren, verkauft in kleinen Gläsern von einigen Produzenten auf dem Markt
- Die lokalen Weine aus dem Ponente Ligure (Rossese di Dolceacqua, Vermentino), oft erhältlich an spezialisierten Ständen oder in den Geschäften rund um die Promenade
Plastiktüten und Vorschriften: Was sich seit 2023 geändert hat
Ein praktisches Detail, das die Besucher überrascht, die an französische Märkte gewöhnt sind: leichte, nicht kompostierbare Plastiktüten sind von den Ständen verschwunden. Die Gemeinde Bordighera wendet die italienische Umsetzung der europäischen Richtlinie 2019/904 über Einwegplastik an. Seit 2023 müssen die Straßenhändler kostenpflichtige biologisch abbaubare Tüten oder Papierverpackungen bereitstellen.
In der Praxis wird empfohlen, eine eigene Einkaufstasche oder einen wiederverwendbaren Sack mitzubringen. Einige Verkäufer bieten Kraftpapiertüten an, aber nicht alle. Wenn man plant, flüssige Produkte (Öl, eingelegte Oliven) zu kaufen, ist eine isolierte Tasche mit festem Boden hilfreich, um Unfälle auf dem Rückweg zu vermeiden.

Renovierte Promenade Argentina: Der Rahmen des Marktes von Bordighera am Donnerstag
Der Markt findet jeden Donnerstag entlang der Promenade Argentina statt, die im Sommer 2024 umgestaltet wurde. Die Renovierung hat breitere Fußgängerzonen, neue Grünflächen und freie Ausblicke auf das ligurische Meer hinzugefügt. Die Stände reihen sich dem Wasser zu, was eine ganz andere Atmosphäre schafft als die Märkte, die in engen Gassen liegen.
Der konkrete Vorteil dieser Gestaltung: Man kann sich bewegen, ohne sich gegenseitig auf die Füße zu treten. Im Vergleich zum überdachten Markt von Ventimiglia, der viel dichter und lauter ist, bleibt der Markt von Bordighera überschaubar. Die Besucherzahl ist ausreichend, damit die Stände vielfältig sind, aber man verbringt nicht zwanzig Minuten damit, einen Parkplatz zu suchen.
Parken und Zugang von Frankreich aus
Von Menton aus erreicht man Bordighera in etwa dreißig Minuten über die Autobahn A10 (Ausfahrt Bordighera). Es gibt immer noch kostenlose Parkmöglichkeiten in den Straßen in der Nähe der Promenade, aber die Plätze sind nach 9 Uhr am Donnerstag schnell belegt. Wenn man gegen 8 Uhr ankommt, kann man stressfrei parken und die Stände vor dem Ansturm genießen.
Die Bahnverbindung funktioniert gut: Der Bahnhof von Bordighera ist nur wenige Gehminuten von der Promenade entfernt und wird von Regionalzügen aus Ventimiglia bedient (einfache Umsteigemöglichkeiten von den französischen TER).
Der Markt schließt in der Regel am frühen Nachmittag. Die Rückkehrzeiten variieren je nach Saison: Im Sommer bleiben einige Stände etwas länger geöffnet, aber die Mehrheit der Produzenten packt vor 14 Uhr ein. Einen ganzen Vormittag einzuplanen, bleibt die zuverlässigste Wahl, um nichts zu verpassen.